Jun 12 2010

venez comme vous êtes

Published by floris at 00:37 under schwul

“komm wie du bist” sagt eine aktuelle französische Kampagne – zu McDonald’s nämlich und gern auch so, wie du eben bist: Unverstellt, ohne Vorurteilen zu begegnen, ohne besser sein zu müssen als du bist – mit Dreck im Gesicht oder als als schwuler Schüler, als sexuell aktiver Rentner oder telepathisch begabt als Darth Vader.

 

 

In dieser Kampagne wird Diversität serviert, McDonald’s als Ort und Hort der Freiheit und des Akzeptiertseins. Und Diversität macht sich heutzutage ganz gut neben Ökoburgern und grüngewaschenem Logo. Das Restaurant für jedermann, nach wie vor – nur eben aktualisiert.

Früher verstand McDonald’s unter Jedermann eher den kleinen Mann, den Familienvater, der sich zusammen mit Frau und Kindern nun auch einen Restaurantbesuch leisten konnte. Nichtelitär und familienfreundlich.

“Viele Diners und Hamburger-Restaurants zogen mit lauter Musik und attraktiven weiblichen Bedienungen vor allem männliche Jugendliche an. McDonald’s war hingegen auf im puritanischen Sinne „moralisch saubere“ Angebote für die ganze Familie bedacht.” (Wikipedia). Noch heute ist McDonald’s der größte private Anbieter von Spielplätzen in den USA.

Das katholische Nachrichtenportal kath.net sieht hier denn auch eine Kontroverse: Die Vertreter von Homosexuellengruppen begrüssten diesen Spot. Anders jedoch der Präsident der Amerikanischen Vereinigung für Anstand (American Decency Association), Bill Johnson: Seiner Ansicht nach verrate McDonald’s Millionen Menschen, die für traditionelle Familienwerte einstünden. Stattdessen fördere der Konzern „das gottlose Verhalten von einigen wenigen“.

Nathalie Legarlantezec, die Markendirektorin für McDonalds Frankreich erklärte hierzu: “Wir wollten den Blick darauf richten, wie die heutige französische Gesellschaft ist. Wir fühlen uns sehr Wohl bei dem Thema Homosexualität, es gibt offenkundig kein Problem mit Homosexualität im heutigen Frankreich.”

 

YouTube: Gay McDonald’s ad in France

Interessant hierbei, dass der junge Mann seinem Vater gegenüber nicht geoutet ist. Und dass das auch nicht so wichtig zu sein scheint: McDonald’s weiss es ja und akzeptiert ihn, das genügt.

Nur gut, dass Frankreich kein Problem mit Homosexualität hat.

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