Jan 31 2009

Elektrische Piraten

Published by floris at 17:17 under Freiheit

Der Umgang mit Ausschlussrechten an immateriellen Gütern, so wie er derzeit in Deutschland und in Europa betrieben wird, findet nicht meine Zustimmung.

Nicht nur, daß hierbei wegen des überraschend auf den Plan getretenen Internets plötzlich Gesetze unverändert gegen Menschen angewandt werden, die ursprünglich gegen Konzerne gerichtet waren.

Nicht nur, daß die KI, die Kulturindustrie, offenbar einen Überwachungsstaat anstrebt und diesen durch penetranten Lobbyismus und willfährige Politiker scheibchenweise auch zu erreichen scheint.

Aus meiner Sicht ist es so abgelaufen:

Die KI vereinahmt zunächst den Kulturbegriff, so daß man unter moderner Kultur inzwischen fast ausnahmslos die industriellen Produkte der KI versteht.

Danach erklärt sich die KI zur Besitzerin ebendieser Kultur, wobei auch dieser Begriff von Besitz – von der dinglichen Welt auf das Immaterielle übertragen – eine Konstruktion der KI ist und ihrer Lesart entspricht.

Diese Sicht der KI auf die Kultur sickert über viele Jahre in die gesellschaftliche Debatte und, schlimmer noch, in immer wieder in diesem Geiste überarbeitete Gesetze.

Inzwischen ist ein kreativer Umgang mit dieser zivilisierten Kultur fast nur noch unter Strafandrohung möglich, also praktisch unmöglich.

Die KI läßt eher den Gesetzgeber die komplette elektrische Kommunikation aller Bürger überwachen und so eine Infrastruktur der Totalüberwachung und Zensur aufbauen, als die Kontrolle über die Preisgestaltung zu verlieren.

Dabei geht es in weiten Teilen auch ganz ohne die KI.

Im Elektrischen Reporter gibt es zwei Ausgaben dazu:


ER: Elektrischer Reporter – Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat? und Download.


ER: Elektrischer Reporter – Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft? und Download.

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